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Schadenersatz - Glyphosat-Klagen könnten für Bayer «schmerzhaft» werden

Für Bayer kann die Glyphosat-Klagewelle in den USA der Gewerkschaft IG BCE zufolge zu ernsthaften Problemen führen.

Schadenersatz - Glyphosat-Klagen könnten für Bayer «schmerzhaft» werden

Für Bayer kann die Glyphosat-Klagewelle in den USA der Gewerkschaft IG BCE zufolge zu ernsthaften Problemen führen. 08.04.2019 14:47 Der Bayer-Hauptsitz in Leverkusen. Der Bayer-Hauptsitz in Leverkusen. Bild: Wikipedia

"Das ist fürBayerschmerzhaft", sagte der Chef der Gewerkschaft, Michael Vassiliadis, am Freitagabend in Haltern am See. Er könne nicht beurteilen, ob der Kauf des Glyphosat-ProduzentenMonsantodurchBayerein Fehler gewesen sei: "Ich kann es am Ende nicht sagen, weil ich nicht weiss, was passieren wird". Die milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns habe ihn überrascht. "Das hat sie auch finanziell sehr gefordert", sagte Vassiliadis: "Das ist für Bayer eine Herausforderung." Die 63 MilliardenDollarschwere Übernahme vonMonsantohat Bayer bereits MilliardenEuroan Börsenwert gekostet. Ob Bayers Finanzkraft am Ende ausreichen werde, um die Folgen des Monsanto-Kaufs zu verkraften, wisse er nicht, fügte Vassialiadis hinzu.

Die Gerichtsverfahren in den USA erinnerten ihn anVW , sagte der Gewerkschaftschef weiter. Die Wolfsburger hatte die Wiedergutmachung des Diesel-Abgasskandals allein in den USA bisher umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro gekostet. Die Gerichtsverfahren könnten, "wenn das so weitergeht, ein echtes Problem werden", sagte Vassiliadis. "Ob das ganze nun ein Abenteuer ist oder den Erfolg bringen wird, wird sich entscheiden", fügte er hinzu: "Es ist jedenfalls anstrengend für Bayer."

Gericht verurteilt Bayer

Der Bayer-Aufsichtsrat, in dem auch Vertreter der IG BCE sitzen, hatte sich jüngst hinter den durch die Glyphosat-Klagewelle unter Druck geratenen Vorstand gestellt. Bayer-Chef Werner Baumann hatte erst kürzlich in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Monsanto-Übernahme verteidigt. Diese sei mit "grösstmöglicher Sorgfalt" geprüft worden, der Vorstand habe die "volle Rückendeckung des Aufsichtsrates".

Erst Ende März wurde Bayer in den USA zum zweiten Mal zu Schadenersatz wegen des Monsanto-Unkrautvernichters Roundup verurteilt, der nach Ansicht der Geschworenen einen "erheblichen Faktor" bei der Entstehung der Krebserkrankung des Klägers ausgemacht hat. Insgesamt sehen sich die Leverkusener in den USA mit mehr als 11.200 Klägern konfrontiert. Bayer hat die Vorwürfe bestritten und verweist darauf, dass Zulassungsbehörden weltweit Glyphosat bei sachgemässer Anwendung als sicher bewerteten.

(Reuters)