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Starkes zweites Quartal - Die Credit Suisse weiss, wie der Hase läuft

Credit Suisse blickt auf überraschend solides zweites Quartal zurück. Anders als bei der Rivalin UBS lässt auch die Gewinnqualität kaum Wünsche offen. Der Aktienkurs steigt zeitweise um mehr als 5 Prozent.

Starkes zweites Quartal - Die Credit Suisse weiss, wie der Hase läuft

Credit Suisse blickt auf überraschend solides zweites Quartal zurück. Anders als bei der Rivalin UBS lässt auch die Gewinnqualität kaum Wünsche offen. Der Aktienkurs steigt zeitweise um mehr als 5 Prozent. Aktualisiert um 14:04Von Lorenz BurkhalterDer Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.Der Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.Bild: Manuel

Flickr, Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Enttäuschende Zahlenfakten bei der Rivalin  UBS( cash berichtete ) schürten in den letzten Wochen auch bei derCredit Suisse(CS) Ergebnisängste. Rückblickend erweisen sich diese allerdings als übertrieben.

Wie seit dem frühen Mittwochmorgen bekannt ist, übertrifft die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken die Analystenerwartungen nicht nur beim Geschäftsertrag, sondern auch auf den Stufen Vorsteuergewinn und Reingewinn sehr deutlich.

Anders als beiUBSgibt es bei der CS an der Ergebnisqualität nicht allzuviel auszusetzen. In sämtlichen der fünf Geschäftseinheiten liegt der Vorsteuergewinn über den Analystenerwartungen. Und selbst die ausserordentlichen Erträge ausgeklammert, werden die Geschäftseinheiten den jeweiligen Erwartungen zumindest gerecht.

Nach einem Vorstoss bis auf 12,385 Franken gewinnt dieCS -Aktie zur Stunde noch 4,2 Prozent auf 12,24 Franken.

Analysteneinschätzungen fallen unterschiedlich aus

Wie der Bankenanalyst der UBS vorrechnet, liegt der ausgewiesene Reingewinn um 19 Prozent über den Markterwartungen. Seine eigenen Schätzungen erweisen sich gar als um knapp 30 Prozent zu tief. Wie der UBS-Analyst weiter schreibt, übertraf die Gewinnentwicklung in den beiden Geschäftseinheiten Swiss Universal Bank und International Wealth Management die Markterwartungen nur dank einmaligen Faktoren. Allerdings räumt auch er ein, dass sich die CS sowohl in Bezug auf die Margen als auch auf die Nettoneugeldentwicklung gut geschlagen hat. Die Aktie wird deshalb weiterhin mit einem 14,80 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel zum Kauf empfohlen.

Keine guten Worte findet der für Vontobel tätige Berufskollege. Seines Erachtens wurde der Vorsteuergewinn durch Liegenschaftsverkäufe und die SIX-Sonderdividende künstlich aufgebläht. Ausserdem sei die Steuerbelastung etwas tiefer ausgefallen. Um alle diese Faktoren bereinigt liege der Quartalsgewinn nur noch leicht über den Markterwartungen, so schreibt er weiter. Der Vontobel-Analyst stuft die CS-Aktie wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 12,50 Franken ein.

Bei der Zürcher Kantonalbank gewinnt man dem vorliegenden Zahlenkranz hingegen vorwiegend positive Aspekte ab. Die Gewinnqualität wird als "akzeptabel" und das Ergebnis auch ohne helfende Einmaleffekte als "überraschend positiv" bezeichnet. Das Anlageurteil lautet "Übergewichten".

Im Wealth Management besser unterwegs als die UBS

Händlern zufolge hat sich die CS im zurückliegenden zweiten Quartal überraschend gut geschlagen. Sie spielen damit auf das enttäuschende Abschneiden der Platzrivalin UBS im Wealth Management an.

Das Global Wealth Management steuerte bei der UBS zwischen April und Juni gerademal 874 Millionen Dollar zum Vorsteuergewinn bei. Das sind 14 Prozent weniger als im zweiten Quartal letzten Jahres und weniger als die 945 Millionen Dollar, die Analysten der grössten Schweizer Bank im Kerngeschäft zugetraut hatten.

Da schneidet die CS schon um einiges überzeugender ab. Mit 444 Millionen Franken wächst der Vorsteuergewinn im International Wealth Management im Jahresvergleich um 3 Prozent und übertrifft damit die bei 431 Millionen Franken liegenden Analystenerwartungen. Einige Analysten machen jedoch einmalige Faktoren für das starke Abschneiden verantwortlich.

Zumindest betreffend der Nettoneugeldentwicklung in der Vermögensverwaltung unterscheidet das zweite Quartal bei den beiden Rivalen aber wie Tag und Nacht. Während die CS einen Nettozufluss von fast 10 Milliarden Franken meldet, hatte die UBS unter dem Strich mit einem Abfluss von Kundenvermögen zu kämpfen.

Händler sehen darin mitunter einen Grund für die sehr unterschiedliche Kursentwicklung der beiden Grossbankaktien in diesem Jahr. Denn während die CS-Aktie im bisherigen Jahresverlauf um fast 9 Prozent zulegen konnte, verloren jene der UBS im selben Ausmass an Kurswert.